Sunshine Trip
Segeltrips auf der Vertrouwen
Geschrieben um 18:01 von Martin.

Eine der wenigen Inhaltstragenden Seiten auf meiner alten Homepage war die der Segeltrips. Deshalb hier der entsprechende Artikel, alle News zum aktuellen und den vergangenen Trips finden sich hier.

Erstmal zum nächsten Trip: Der findet wie schon seit einigen Jahren sieben Tage lang statt, und zwar vom 13.8.2010, 20h bis zum 20.08.2010, 16h. Beide Tage sind Freitage und beide Zeiten sind in Lemmer. Kosteninfos gibt’s per Mail und die Hinfahrt erfolgt wie immer in Eigenregie.

Ich würde mich sehr freuen, von möglichen Mitkommern Nachricht zu erhalten.

Für die, die es hierher verschlagen hat ohne zu wissen, wo sie sind ein paar Infos zum Segeln:

Wir Segeln seit 1995 mit dem gleichen Schiff (damals noch als Abschlussfahrt vor’m Abitur) und gleichen Skipper über’s Ijsselmeer. Über die Zeit hat sich natürlich auch der Kreis der Mitfahrenden verändert und aus einem “Nostalgieabisegeln” ist ein “Leute, die Martin kennen”-Segeln geworden. Wie immer freue ich mich auch über Leute, die ich nicht kenne, die noch nicht mit waren, die das einfach mal probieren wollen, wobei allen klar sein sollte, dass diese Art Urlaub nicht jedermanns Sache ist.
Durch den Tagesablauf im Hafen und an Bord kommt es zu Urlaubsuntypischen Aufstehzeiten von 8-9h, Frühstück, das bis halb zehn oder zehn schon wieder abgeräumt und gespült sein muß, Küchendienst an zwei Tagen mit Spülen für die ganze Mannschaft und Essen kaufen, schleppen, schnippeln, zubereiten. Auch ist man 7 Tage lang mit 10-13 Leuten auf relativ engem Raum zusammen, hat Frühstück und Abendessen zusammen und den ganzen Tag über auch gemeinsame Arbeit an Deck. Wer also eher der Vollpension-Ferienanlage-Swimmingpool-Typ oder auch der Mein-Zelt-Meine-Schneeschuhe-Sibirien-und-ich-Typ ist, für den ist so ein Segeltrip wohl die falsche Entscheidung (oder eine gelungene Abwechslung).

Links zu der Reederei etc. finden sich oben in der Titelzeile hier erstmal ein paar Fotos die Yasuo, unser fotografierender Japaner (820 Bilder in 7 Tagen) 2005 aufgenommen hat. Klicken für größere Versionen - wer volle Auflösung will bitte Mail. Viele Fotos sind auch in die Hintergründe des Blogs eingegangen – eigentlich alles was nach Himmel und Meer aussieht ist aus Holland.

Dualscreen heisst auch Dualcable…
Geschrieben um 14:52 von Martin.

Kleiner Tipp, falls jemand seine X-Config unter (k)ubuntu 7.10 debuggen will: Wenn man eine Nvidia Karte hat (in meinem Falle eine 7100 GS) und bisher alles immer klappte mit zwei Monitoren angeschlossen (genauergesagt LCD Bildschirm am DVI-Ausgang und Plasma-Fernseher am VGA-Ausgang) sollte man froh sein. Wenn dann nach einem Neustart der bisher problemlos laufende Parallelbetrieb zweier X-Server (damit auf beiden Geräten die native Auflösung gefahren werden kann) nicht mehr funktioniert und egal was man tut immer nur ein lapidares ”Unable to find available Display Devices for screen 1” im Xorg.log steht sollte man seine Kabelverbindungen überprüfen.

Auf die Idee, dass das plötzliche Nichterkennen des Plasmafernsehers daran liegt, dass das Kabel beim Aufräumen rausgerutscht ist bin ich erst nach ein paar Stunden debuggen und ziellosem xorg.conf-Verbiegen gekommen. Den normalen Betrieb stört es wohlgemerkt gar nicht, wenn das Kabel mal rausrutscht (man hat solange dann halt kein Bild, klar), nur beim Hochfahren des X-Servers startet der nur dann beide, wenn wirklich an den Anschlüssen der Grafikkarte auch ein Anzeigegerät hängt.

Die 30er in Farbe
Überwachungsstaat mal anders
Geschrieben um 00:13 von Martin.

Dank einem Eintrag in Wil Wheatons Blog bin ich auf zwei ausserordentliche Kollektionen aufmerksam geworden die die Library of Congress der USA ins Netz (genauergesagt in Flick’r) gestellt hat. Der eine Satz sind Farbfotos aus den Dreissigern und Vierzigern, die von der Farm Security Administration und dem Office of War Information geschossen wurden und das ländliche Leben zwischen 1939 und 1944 in Amerika und Teilen Mexikos und Puerto Ricos dokumentieren. Da man aus der Zeit fast nur Schwarzweissfotos kennt wirken die Bilder wie Ausschnitte aus einem Kostümfilm der in der Zeit spielt. Der andere Satz sind Schwarzweissbilder die zwischen 1910 und 1912 für die Nachrichten geschossen wurden.

Die Bilder in Verbindung mit ihren Titeln und der Möglichkeit auch hochauflösende Dateien direkt von der Seite der LOC zu bekommen sind eine wahre Fundgrube. Die Bilder, die hier unten stehen heissen von links nach rechts

   

DNS wird teuer
Vorsicht! Er setzte Shell Accounts ein
Geschrieben um 23:26 von Martin.

  “Herr wirf Hirn vom Himmel” sagte einer der Commodore IT-Supportler immer wenn er von seinen Touren von den Läden zurückkam über deren fehlendes technisches Sachverständnis. Das möchte man auch rufen, wenn man hört, dass in Amerika jemand zu 60000 Dollar verklagt wurde, weil er host -l aufrief und die Ergebnisse veröffentlichte… Das ganze Desaster gibt’s hier bei Heise aber die spannenste Stelle gleich als Zitat – schöner hätt’ man’s auch nicht erfinden können:

Das Gericht stellte fest, dass Ritz dabei seine “Identität hinter Proxies verbarg, ein UNIX-Betriebssystem verwendete und neben anderen Methoden Shell Accounts einsetzte. Außerdem gab er sich als Mail-Server aus.” Die auf diese Weise gewonnenen Informationen machte Ritz publik. Diese Information, stellte das Gericht fest, sei nicht öffentlich verfügbar gewesen. Damit habe Ritz die Datensicherheit von Sierra gefährdet, Ritz sei also als Hacker einzustufen, schließlich sei der Befehl “host -l” dem normalen Anwender nicht bekannt.

Herr Der Ringe in Concert
Geschrieben um 01:55 von Martin.


Heute Abend war ich mit Schlumpf, Evelyne und Wolfgang in Herr der Ringe in Concert, was wir Wolfgang zum Geburtstag schenkten. Um den Abend in seinen Worten zu beschreiben “Meine Fresse!”.

Aber zurück zum Anfang. Wir holten die Karten in der Erwartung, eine halbwegs musikalisch angenehme Wiedergabe des wunderschönen Soundtracks von Howard Shore zu Peter Jacksons Verfilmung von J.R.R. Tolkiens Meisterwerk zu hören. Der Titel der Veranstaltung legte auch all dies nahe, immerhin heisst es dort wörtlich:

Tolkien Ensemble, Hollywood Orchestra & Christopher Lee präsentieren die Musik aus der Filmtrilogie Der Herr der Ringe

J.R.R. Tolkiens Meisterwerk als Live-Konzert mit der Musik von Oscarpreisträger Howard Shore, Annie Lennox und Enya

Eins muss man ihnen lassen: Sie haben gutes Marketing und definitiv auch ein wenig Achtung verdient sich mit der miserablen Gesamtleistung unter dem Titel auf eine Bühne zu stellen und fast 50 € für eine Karte zu verlangen.

Was wird einem geboten? Eigentlich viel mehr als man erwartet: Man sieht vier völlig unabhängige Nacherzählungen der Ringgeschichte. Eine besteht aus Christopher Lee, der in eingespielten Videoclips einmal am Anfang “Guten Abend” sagt und dann auf englisch irgendwelche Sachen zu den Filmen um zum Gesamtwerk erzählt die mit dem Rest der Show eigentlich nichts zu tun haben. Bemerkenswert war allenthalben die Qualität der Wiedergabe, denn bei einigen Clips lief die Video und die Tonspur unterschiedlich schnell, ein Segment brach in der Mitte ab und eins haben wir zwei mal hintereinander gehört (wo sogar einige aus dem Orchester und Chor das Grinsen nicht unterdrücken konnten). Gegen Schluss fing er gerade mit der moralischen “The most important message of The Lord of the Rings is Friendship”-Rede an, als einer der Solisten, die das Video sehen konnte nach hinten hechtete und den Dirigenten das Orchester abwürgen liess, damit sie nicht das Schlusslied darein spielen… Alles in allem also eine perfekte technische Darbietung wie man sie auf vielen Volksfesten, VHS Diavorträgen oder Proseminaren schon besser gesehen hat.

Die zweite Erzählschnur ist ein Erzähler an dem Platz an dem man nach den Plakaten eigentlich Christopher Lee erwarten hätte, steht doch über den kompletten oberen Rand fett “Christopher Lee präsentiert”. Statt dessen sass in einem schönen Ledersessel ein Erzähler, der zwischen, während und nach der Musik die Geschichte des Ringes erzählte. Von der grossen Schlacht, von Sauron, den Hobbits, dem Rat bei Elrond, dem Kampf in Moria, und so weiter. Ausser das er zu laut war kann ich ihm neben ein paar Verlesern eigentlich nichts vorwerfen.

Das Problem waren die anderen, parallel laufenden Geschichten. Die ganze Handlung wurde auch noch in Form von Bildern gezeigt, die jeweils ein Segment der Handlung darstellten (Bilbos Geburtstag, der Angriff der Reiter, usw.) und die durchaus nett gemacht abgefilmt auf den Leinwänden an der Bühnenseite gezeigt wurden wo vorher auch Christopher Lee zu sehen war. Was die Bilder teilweise unerträglich gemacht hat, war ihre völlige Asynchronität zu dem Verlauf des Erzählers, aber das hat wie wir dann merkten wohl System:

Die vierte und letzte Ringerzählung geschah nämlich durch die Musik. Von dem Thema der Hobbits bis zu den Orks, von Enyas bis zu Annie Lennox’ Werk wurde viel der Filmmusik so nachgespielt wie es auch jedes andere Zweitklassige Orchester mit 30 Leuten nach ein paar Tagen Proben hinkriegen würde. Neben den teilweise einfach schrägen Tönen und Tempo-äh-missverständnissen die vorherrschten war zu allem Übel das Orchester oft mit seinen Themen weder beim Erzähler noch bei den Bildern. Der Erzähler spricht beispielsweise von dem Hilfegesuch der Hobbits bei Baumbart, wir sehen auf den Leinwänden Saruman in seinem Turm und das Orchester spielt voll Inbrunst und mit leicht dissonanten Blechbläsern das Thema der Gefährten. Die Bilder zeigen Kankra (die musikalisch oder beim Erzähler nie vorkommt) und wir hören das Mordorthema zu Erzählungen von Gondor und Minas Tirith. An das Thema von Rohan, von Kankra, das Schlusslied des zweiten Films und vieles mehr haben sie sich dann gar nicht erst rangetraut, dafür aber viel dazugemacht und das sorgte dafür, dass der Abend wenigstens unterhaltsam war:

In einer der seltenen Szenen als wenigstens Erzähler und Musik an der gleichen Stelle der Handlung waren hört man von Frodo und Sam, wie sie alleine durch die Totensümpfe gehen und sich zurücksehnen nach einem Abend in einer Kneipe im Auenland und schon spielt die dem Orchester vorgelagerte Band mit Fiedel, Pfeife, Akkordion und Westerngitarre ein Irisch klingendes Tanzlied zu dem einer der Liedtexte von Tolkien gesungen wird. “Nett” denkt man gerade als plötzlich auch das komplette Orchester einsetzt und mit Streichern die Irischen Weisen unterstützt und plötzlich die drei Gesangs-Solistinnen aus ihrer Starre erwachen und mit Schellenkranz über die Bühne tanzen. Nach der fünften oder sechsten Wiederholung fragt man sich kurz, was das jetzt mit dem Herrn der Ringe zu tun hätte aber da bemerkt man, dass der 20-Köpfige Chor ebenfalls begonnen hat mit rhythmischen “Mm-bap-bap”s ihren Riverdance-Zwang loszuwerden. Das Publikum hat inzwischen begonnen auf die Eins und die Drei zu klatschen und man ist immer noch leicht verwirrt als das Licht für die Pause angeht.

Meine in der Pause aufgestellte Theorie ist, dass das wirklich die Crew von Riverdance war, die immerhin Anfang Februar sowieso in der Saarlandhalle sein werden und vielleicht die kurzfristig am Norovirus erkrankte Mannschaft vom Herrn der Ringe ersetzte. Da die Irish-Folk-Sachen immer von der Band vorne ausgingen war die zweite Theorie, das selbige sich einfach ein Orchester und einen Chor gesucht hat, ein Christopher Lee Interview und einen Bildband “Herr der Ringe Bilder in falscher Reihenfolge” gekauft hat und damit jetzt grosse Abzocke betreibt. Aber unsere Gedanken wurden leider von einer zweiten Halbzeit verdrängt.

Hier lief alles wie vorher und mit den Möglichkeiten “Ärgern” oder “Einfach nicht ernstnehmen” haben wir uns für die zweite entschieden und Spaß an der letzten Hälfte des Konzerts. Zwei Dinge gab es hervorzuheben: Die Klimax der Handlung wurde dadurch unterstützt, dass zum ersten Mal seit Beginn der Veranstaltung Musik, Erzähler und Bildmaterial gleichzeitig an der selben Stelle der Geschichte waren und das auch bis zum Schluss blieben. Der widerum hätte einfach bei der durchaus angenehmen Darbietung von Into the West enden können, aber die dachten sich “Du, den Irish Folk den könne’ma ja am besten” und spielten nicht nur eine, nein, nicht zwei, nein sogar drei Zugaben des ein- und selben Irish Folk Stückes (wenn auch mit Liedtexten von Tolkien hinterlegt). Das Publikum war jetzt hin- und hergerissen mit den Solistinnen, die beim Ringeltanzen angekommen waren auf der Eins und Drei zu klatschen oder mit dem Erzähler, der leicht debil grinsend und auf den Füssen wippend an der Seite stand auf der Zwo und Vier zu bleiben oder einfach wie der Fiedler in der ersten Reihe so schnell zwischen verschiedenen Tempi zu wechseln, dass das mit den betonten Zählzeiten sowieso egal wird.

Ein Resumee? Bleibt da weg, es sei denn aus einem Trash-Gedanken um sich einen Abend kopfschüttelnd zu fragen, wofür Leute Geld ausgeben. Leider muss man dafür vorher selber Geld ausgeben. Die Gruppe ist übrigens tatsächlich eher eine Irish-Folk-Gruppe, die laut Ihrer Wikipediaseite schon seit über zehn Jahren Lieder und Gedichte von Tolkien vertonen und damit auch CDs aufnehmen. Warum dann gerade die sich ein schlechtes Orchester, einen zusammengewürfelten Chor und ein paar Solisten schnappen und unter dem Vorwand die Musik von Shore nachspielen zu wollen jede Gelegenheit nutzen, ihre (übrigens durchaus guten) Eigenkompositionen unter’s Volk zu bringen weiss ich auch nicht, aber die Show drumrum hätte einen etwas professionelleren Touch schon vertragen.

So. Mir geht’s besser, dem Blog tut ein Eintrag so alle paar Monate auch nicht schlecht und jetzt muss ich erst mal wieder die Soundtrack-CDs hören :-).

powered by blosxom

Die Vorlagen für die Hintergrundbilder sind größtenteils von mir oder von Leuten, die mit mir Segeln waren, die CT-Scans im Hintergrund sind von meinem Kopf und von 1997 und alle Texte sind von mir. An dieser Stelle einen großen Dank an Axel Beckert, ohne dessen Hilfe und Codebeispiele ich noch ca. 2 Jahre gebraucht hätte um durch Blosxom durchzusteigen :-).

Martin Gisch - Großherzog-Friedrich-Str. 70 - 66121 Saarbrücken

100% hand-coded HTML ~ Viewable with any browser ~ RSS-Feed ~ This content is licensed under a Creative Commons License.

Add to Google

Valid CSS Valid RSS Any Browser Weblog FAQ Keine Zielgruppe Piratenpartei RSS 1.0 This content is licensed under a Creative Commons License (NC SA 2.0 DE). Some rights reserved.

Kalender

 2008 
Monate
Jan
 Januar 
Mo Di Mi Do Fr Sa So
 
     

Featured Links

Hier landen Artikel, die länger zugreifbar sein sollen