Filmmusiker
A long time ago...
Geschrieben um 18:09 von Martin.



Heute geht’s um Filmmusik, bzw. eigentlich um die Komponisten derselben.
Bisher dachte ich immer Filmmusik wäre sowas wie Regisseure. Selbst wenn man nicht jede Woche im Kino ist hat man schonmal was von Steven Spielberg gehört und kann vielleicht auch noch ihn zu Schindlers Liste und George Lucas zu Krieg der Sterne zuordnen. Genauso war meine Annahme, dass man zumindest John Williams, Hans Zimmer, Howard Shore, Thomas Newman, oder Danny Elfman schonmal gehört haben sollte. Oder wegen mir auch Ennio Morricone wenn man mehr in die Anfänge gehen will.

Das ist leider eine falsche Annahme. Ob es schon eine Initiative gibt, Filmmusiker der breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen (“Soundtrack Composer’s Awareness Movement - SCAM”) weiss ich nicht, aber es wäre an der Zeit eine zu gründen.

Man muss die einzelnen Komponisten ja nicht gleich erkennen oder ihre Filme aufzählen und Themen nachsingen können, aber “John Williams? Nie gehört.” ist irgendwie auch nicht richtig.

Gerade er hat mitgeprägt wie wir heute Filme wahrnehmen. Mit Star Wars (heute Episode 4 – A New Hope) hat er Maßstäbe gesetzt und zum ersten Mal wieder eine richtig symphonische Komposition hinter den Film gesetzt die mit Themen für die Charactere, einer Ouvertüre und auch einer Schlusssuite die – eigens für den Abspann komponiert – nochmal alle Themen aufgreift mehr an eine Oper erinnert als an die damals übrigen Soundtracks die oft nur aus einem Popstück und ein paar Streichern für die Dramatik bestanden. Gerade der Punkt der Schlusssuites ist auch der Grund warum ich immer den Abspann noch komplett im Kino abwarte (wenn nicht wie bei Krabat einem die Liedauswahl fast das Filmerlebnis wieder zerstört). Auch John Williams Meisterwerk über mittlerweile sechs Star Wars-Filme hinweg Themen konstant zu halten und selbst die von der Story her diskutierfähigen Episoden eins und zwei anschaubar machen (gerade als in Episode 2 zum ersten Mal das Vader-Thema anschlägt, als Anakin seine Mutter rächt oder auch das Thema des Binary Sunset als Anakin und Amidala in fast der gleichen Kulisse vor dem späteren Elternhaus von Luke stehen, die auch schon in Episode 4 vorkam).

Über Soundtracks zu bloggen und Danny Elfman nicht zu erwähnen geht nicht, deshalb muss ich das kurz tun: Er ist der Haus- und Hofkomponist von Tim Burton und in nahezu allen seinen Filmen präsent. Am deutlichsten hörbar in Corpse Bride und A Nightmare Before Christmas wo er zwei komplette Musicals schrieb die dann von Tim Burton in Stop Motion Photography umgesetzt wurden. Einen wunderschönen Artikel zu Nightmare (den man gerade um diese Zeit eigentlich sehen muss), hat John Scalzi im August verfasst wo er zwar mehr über das Gesamterlebnis als über den Soundtrack spricht, aber egal. Er fasst den Grund des Erfolges des Films sehr pointiert zusammen:

A pseudo-secret document for the freaks and geeks, who took to it with love and affection, and don’t have to outgrow it, because it’s built to appeal to the alienated of all ages

Das nicht nur ich auf die Musik achte ist mir bei Battlestar Galactica aufgefallen (also der neuen Serie), wo der Komponist der Serie ein eigenes Blog hat, in dem er Folge für Folge beschreibt, wie er welche Themen neu orchestriert oder schreibt um die Dramaturgie zu unterstützen.

Wie man merkt bin ich nicht ganz neutral bei diesem Thema :-). Wer mitbekommt das hier in der Nähe Soundtrackkonzerte stattfanden: Bescheid sagen! Wir waren vor ein paar Monaten auf dem Halberg und hörten die Deutsche Radio Philharmonie mit Werken von oben schon gelobtem John Williams spielten (ein wenig zu viel aus Harry Potter für meinen Geschmack aber immerhin auch Star Wars, Indiana Jones, Jurassic Park und Schindler’s List).

Als Abschluss bevor ich noch zu jedem anderen Namen oben meine Lieblingsstücke aufzähle und selber anfange alle kurz anzusingen hier ein sehr cooles Stück aus Youtube wo ein Sänger sich selbst viermal aufnimmt und so vierstimmig a cappella ein John Williams Medley mit Texten zu Star Wars singt. Lohnt sich!

Direktlink zum Video. Wenn Ihr die Bandbreite habt, klickt auf den Link und auf das “High Quality”-Video. Lohnt sich der Sound Qualität wegen! Gibt auch ein mp3 auf seiner Homepage.

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Die Vorlagen für die Hintergrundbilder sind größtenteils von mir oder von Leuten, die mit mir Segeln waren, die CT-Scans im Hintergrund sind von meinem Kopf und von 1997 und alle Texte sind von mir. An dieser Stelle einen großen Dank an Axel Beckert, ohne dessen Hilfe und Codebeispiele ich noch ca. 2 Jahre gebraucht hätte um durch Blosxom durchzusteigen :-).

Martin Gisch - Großherzog-Friedrich-Str. 70 - 66121 Saarbrücken

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