“Hast Du Lust am Mittwoch mit zu Adam Green zu gehen, ich hab’ beim SR Karten gewonnen” so Brigitte vorgestern am Telefon und ich dacht’ nur “Wer war nochmal Adam Green?”. Unvorbereiteter war ich noch nie auf einem Konzert und es tat mir für die ganzen Fans, die sich für diese – ausschliesslich per Gewinnspiel erhältlichen – Karten vergeblich die Finger wundtelefoniert haben auch ein bisschen Leid mit wie wenig Herzblut ich dann da war.
Angekündigt war das ganze als Unplugged-Konzert im großen Sendesaal des Saarländischen Rundfunks und zumindest den Ort haben sie auch richtig hingekriegt. Unplugged musste man schon sehr weit dehnen und Thomas Rosch fasste den Begriff beim Ankündigen der Band so weit, dass er den kleinen Saal als “Unplugged-Atmosphäre” sieht, auch wenn Green mit kompletter Combo (Klavier, E-Bass, Schlagzeug, Gitarre) und zwei Gospelsängerinnen auf der Bühne stand. Immerhin die Gitarre war eine akustische, aber auch nur bis bei einem Lied zwei Saiten rissen und bei der Ersatzgitarre der Umhängegurt nicht hielt. Spätestens mit der E-Gitarre war’s mit dem Unplugged-Feeling dann auch dahin, aber das tat der echt groovigen Musik keinen Abbruch.
Wir sassen perfekt – zumindest für mich – in der Mitte der zweiten Reihe und die Bühne fing ebenerdig weniger als einen Meter von uns weg an wo dann auch vier Sitze weiter Adam Green sang und rumhampelte. Brigitte hätte wohl lieber den Platz vornedran gehabt, aber dazu hätte man den Kiddis, die sich beim Türöffnen vorgedrängelt haben ein Bein stellen müssen, und das hätte auch nur unnötige Komplikationen gegeben. Mir war’s ganz Recht, ich fühl mich in der ersten Reihe immer so beobachtet.
Wer jetzt noch nicht gemerkt hat, dass ich über die eigentliche Musik irgendwie nicht schreiben kann (oder will?), dem will ich dann doch ein paar Worte mitgeben: Ich fand’s sehr gut, kann aber nicht genau beschreiben woran das lag. Es waren gute Lieder (von denen ich als Radioverweigerer kaum eins kannte), die Stimme Greens ist extrem geil und die Band war auch klasse. Ein paar Mischtechnische Dinge hätten besser laufen können und wenn man den beiden Jungs am Pult die Stücke vorher kurz erklärt hätte, wäre vielleicht auch das Mikro vom Bassisten nicht immer erst bei seinem zweiten Versuch, Backingvocals zu singen an gewesen, aber man kann nicht alles haben.
Wer Lust hat, endlich mal einen Künstler zu hören, der eine nur selbst auf der Akustikgitarre begleitete Zugabe unterbricht um das Publikum, das seiner urdeutschen Bestimmung folgt und anfängt mitzuklatschen bittet, damit aufzuhören (immerhin war’s die 2 und die 4) der kann die Aufnahme des Konzertes am nächsten Sonntag (20. April) um 20h auf SR1 hören.

