Memes 2009
Linksammlung statt Beitrag
Geschrieben um 23:43 von Martin.

Da ich ewig nix gebloggt hab, geht’s auch erstmal langsam los mit einer Video- und Linkrundschau, was mir aus dem letzten Jahr als erhaltenswerte Webfundstücke aufgefallen sind. Die meisten werden das Meiste schon kennen, aber so ist das im Netz: Wirklich Originell kann man eh kaum mehr sein, und von den wenigen Momenten, wo das geklappt hat, sind hier ein paar zusammengefasst:

Zu allererst die Literal Version von Total Eclipse of the Heart. Herrlich. So klängen Lieder, wenn sie wirklich das erzählten, was in ihren Videos passiert:

Dann einen Sketch der sehr schön die ganzen Web-Zwo-Nuller durch den Kakao zieht, ich sag nur Wie geil ist das denn?

Und dann als Auflockerung noch ein sehr cooler ungeplanter Gruppenscherz, der sich auf der Artikelseite eines Schweizer Taschenmessers bei Amazon ergeben hat. Unbedingt die ersten paar Kommentarseiten durchlesen: Wenger Schweizer Offiziersmesser

Wer zum Abschluss jetzt noch die ganzen verunglückten Skateboarder sehen will hat hier einen rasanten Zusammenschnitt von den 50 populärsten Unfallvideos 2009 – im Prinzip wie eine Zusammenfassung von ca. 10 Folgen Pleiten, Pech und Pannen – nur ohne Fritz Egner:

Musikfilmer
MilliVanillium Falcon
Geschrieben um 18:39 von Martin.

Argl. Grundregel des Journalismus: Quellen überprüfen! Als ich letzte Woche das (sehr coole) A Cappella Tribute to Star Wars eingestellt habe dachte ich noch “Oh cool, mit Link zum mp3, das lade ich mir dann mal später runter”. Hätt’ ich’s doch lieber gleich gemacht. Auf der Seite des MP3s findet man eine amerikanische A Cappella Formation, die das Arrangement bearbeitet und die Texte online stellt, aber leider auch eine Seite extra für die per YouTube zu ihnen gekommenen hat wo sie klar stellen, dass die Stimmen die man hört von ihnen sind und nicht von Corey Vidal, der das Video gemacht hat.

Schade eigentlich. Ich bewunderte schon die Tatsache, dass er ohne Knopf im Ohr die Stimmlage hält über alle 4 Tracks hinweg. Bei reinem Playback ist das natürlich einfacher zu lösen :-). Das Video ist immer noch sehr cool, und die Performance nett anzusehen, aber wenn man weiss, dass es 3 Leute sind, findet man den Tonumfang des vermeintlich einzigen Sängers auch nicht mehr so beeindruckend…

Oben die Links zu dem Artikel auf den ich mich beziehe und zur Originalgruppe die das Lied sang.

Filmmusiker
A long time ago...
Geschrieben um 18:09 von Martin.



Heute geht’s um Filmmusik, bzw. eigentlich um die Komponisten derselben.
Bisher dachte ich immer Filmmusik wäre sowas wie Regisseure. Selbst wenn man nicht jede Woche im Kino ist hat man schonmal was von Steven Spielberg gehört und kann vielleicht auch noch ihn zu Schindlers Liste und George Lucas zu Krieg der Sterne zuordnen. Genauso war meine Annahme, dass man zumindest John Williams, Hans Zimmer, Howard Shore, Thomas Newman, oder Danny Elfman schonmal gehört haben sollte. Oder wegen mir auch Ennio Morricone wenn man mehr in die Anfänge gehen will.

Das ist leider eine falsche Annahme. Ob es schon eine Initiative gibt, Filmmusiker der breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen (“Soundtrack Composer’s Awareness Movement - SCAM”) weiss ich nicht, aber es wäre an der Zeit eine zu gründen.

Man muss die einzelnen Komponisten ja nicht gleich erkennen oder ihre Filme aufzählen und Themen nachsingen können, aber “John Williams? Nie gehört.” ist irgendwie auch nicht richtig.

Gerade er hat mitgeprägt wie wir heute Filme wahrnehmen. Mit Star Wars (heute Episode 4 – A New Hope) hat er Maßstäbe gesetzt und zum ersten Mal wieder eine richtig symphonische Komposition hinter den Film gesetzt die mit Themen für die Charactere, einer Ouvertüre und auch einer Schlusssuite die – eigens für den Abspann komponiert – nochmal alle Themen aufgreift mehr an eine Oper erinnert als an die damals übrigen Soundtracks die oft nur aus einem Popstück und ein paar Streichern für die Dramatik bestanden. Gerade der Punkt der Schlusssuites ist auch der Grund warum ich immer den Abspann noch komplett im Kino abwarte (wenn nicht wie bei Krabat einem die Liedauswahl fast das Filmerlebnis wieder zerstört). Auch John Williams Meisterwerk über mittlerweile sechs Star Wars-Filme hinweg Themen konstant zu halten und selbst die von der Story her diskutierfähigen Episoden eins und zwei anschaubar machen (gerade als in Episode 2 zum ersten Mal das Vader-Thema anschlägt, als Anakin seine Mutter rächt oder auch das Thema des Binary Sunset als Anakin und Amidala in fast der gleichen Kulisse vor dem späteren Elternhaus von Luke stehen, die auch schon in Episode 4 vorkam).

Über Soundtracks zu bloggen und Danny Elfman nicht zu erwähnen geht nicht, deshalb muss ich das kurz tun: Er ist der Haus- und Hofkomponist von Tim Burton und in nahezu allen seinen Filmen präsent. Am deutlichsten hörbar in Corpse Bride und A Nightmare Before Christmas wo er zwei komplette Musicals schrieb die dann von Tim Burton in Stop Motion Photography umgesetzt wurden. Einen wunderschönen Artikel zu Nightmare (den man gerade um diese Zeit eigentlich sehen muss), hat John Scalzi im August verfasst wo er zwar mehr über das Gesamterlebnis als über den Soundtrack spricht, aber egal. Er fasst den Grund des Erfolges des Films sehr pointiert zusammen:

A pseudo-secret document for the freaks and geeks, who took to it with love and affection, and don’t have to outgrow it, because it’s built to appeal to the alienated of all ages

Das nicht nur ich auf die Musik achte ist mir bei Battlestar Galactica aufgefallen (also der neuen Serie), wo der Komponist der Serie ein eigenes Blog hat, in dem er Folge für Folge beschreibt, wie er welche Themen neu orchestriert oder schreibt um die Dramaturgie zu unterstützen.

Wie man merkt bin ich nicht ganz neutral bei diesem Thema :-). Wer mitbekommt das hier in der Nähe Soundtrackkonzerte stattfanden: Bescheid sagen! Wir waren vor ein paar Monaten auf dem Halberg und hörten die Deutsche Radio Philharmonie mit Werken von oben schon gelobtem John Williams spielten (ein wenig zu viel aus Harry Potter für meinen Geschmack aber immerhin auch Star Wars, Indiana Jones, Jurassic Park und Schindler’s List).

Als Abschluss bevor ich noch zu jedem anderen Namen oben meine Lieblingsstücke aufzähle und selber anfange alle kurz anzusingen hier ein sehr cooles Stück aus Youtube wo ein Sänger sich selbst viermal aufnimmt und so vierstimmig a cappella ein John Williams Medley mit Texten zu Star Wars singt. Lohnt sich!

Direktlink zum Video. Wenn Ihr die Bandbreite habt, klickt auf den Link und auf das “High Quality”-Video. Lohnt sich der Sound Qualität wegen! Gibt auch ein mp3 auf seiner Homepage.

Adam Green
Geschrieben um 22:21 von Martin.


“Hast Du Lust am Mittwoch mit zu Adam Green zu gehen, ich hab’ beim SR Karten gewonnen” so Brigitte vorgestern am Telefon und ich dacht’ nur “Wer war nochmal Adam Green?”. Unvorbereiteter war ich noch nie auf einem Konzert und es tat mir für die ganzen Fans, die sich für diese – ausschliesslich per Gewinnspiel erhältlichen – Karten vergeblich die Finger wundtelefoniert haben auch ein bisschen Leid mit wie wenig Herzblut ich dann da war.

Angekündigt war das ganze als Unplugged-Konzert im großen Sendesaal des Saarländischen Rundfunks und zumindest den Ort haben sie auch richtig hingekriegt. Unplugged musste man schon sehr weit dehnen und Thomas Rosch fasste den Begriff beim Ankündigen der Band so weit, dass er den kleinen Saal als “Unplugged-Atmosphäre” sieht, auch wenn Green mit kompletter Combo (Klavier, E-Bass, Schlagzeug, Gitarre) und zwei Gospelsängerinnen auf der Bühne stand. Immerhin die Gitarre war eine akustische, aber auch nur bis bei einem Lied zwei Saiten rissen und bei der Ersatzgitarre der Umhängegurt nicht hielt. Spätestens mit der E-Gitarre war’s mit dem Unplugged-Feeling dann auch dahin, aber das tat der echt groovigen Musik keinen Abbruch.

Wir sassen perfekt – zumindest für mich – in der Mitte der zweiten Reihe und die Bühne fing ebenerdig weniger als einen Meter von uns weg an wo dann auch vier Sitze weiter Adam Green sang und rumhampelte. Brigitte hätte wohl lieber den Platz vornedran gehabt, aber dazu hätte man den Kiddis, die sich beim Türöffnen vorgedrängelt haben ein Bein stellen müssen, und das hätte auch nur unnötige Komplikationen gegeben. Mir war’s ganz Recht, ich fühl mich in der ersten Reihe immer so beobachtet.

Wer jetzt noch nicht gemerkt hat, dass ich über die eigentliche Musik irgendwie nicht schreiben kann (oder will?), dem will ich dann doch ein paar Worte mitgeben: Ich fand’s sehr gut, kann aber nicht genau beschreiben woran das lag. Es waren gute Lieder (von denen ich als Radioverweigerer kaum eins kannte), die Stimme Greens ist extrem geil und die Band war auch klasse. Ein paar Mischtechnische Dinge hätten besser laufen können und wenn man den beiden Jungs am Pult die Stücke vorher kurz erklärt hätte, wäre vielleicht auch das Mikro vom Bassisten nicht immer erst bei seinem zweiten Versuch, Backingvocals zu singen an gewesen, aber man kann nicht alles haben.

Wer Lust hat, endlich mal einen Künstler zu hören, der eine nur selbst auf der Akustikgitarre begleitete Zugabe unterbricht um das Publikum, das seiner urdeutschen Bestimmung folgt und anfängt mitzuklatschen bittet, damit aufzuhören (immerhin war’s die 2 und die 4) der kann die Aufnahme des Konzertes am nächsten Sonntag (20. April) um 20h auf SR1 hören.

Herr Der Ringe in Concert
Geschrieben um 01:55 von Martin.


Heute Abend war ich mit Schlumpf, Evelyne und Wolfgang in Herr der Ringe in Concert, was wir Wolfgang zum Geburtstag schenkten. Um den Abend in seinen Worten zu beschreiben “Meine Fresse!”.

Aber zurück zum Anfang. Wir holten die Karten in der Erwartung, eine halbwegs musikalisch angenehme Wiedergabe des wunderschönen Soundtracks von Howard Shore zu Peter Jacksons Verfilmung von J.R.R. Tolkiens Meisterwerk zu hören. Der Titel der Veranstaltung legte auch all dies nahe, immerhin heisst es dort wörtlich:

Tolkien Ensemble, Hollywood Orchestra & Christopher Lee präsentieren die Musik aus der Filmtrilogie Der Herr der Ringe

J.R.R. Tolkiens Meisterwerk als Live-Konzert mit der Musik von Oscarpreisträger Howard Shore, Annie Lennox und Enya

Eins muss man ihnen lassen: Sie haben gutes Marketing und definitiv auch ein wenig Achtung verdient sich mit der miserablen Gesamtleistung unter dem Titel auf eine Bühne zu stellen und fast 50 € für eine Karte zu verlangen.

Was wird einem geboten? Eigentlich viel mehr als man erwartet: Man sieht vier völlig unabhängige Nacherzählungen der Ringgeschichte. Eine besteht aus Christopher Lee, der in eingespielten Videoclips einmal am Anfang “Guten Abend” sagt und dann auf englisch irgendwelche Sachen zu den Filmen um zum Gesamtwerk erzählt die mit dem Rest der Show eigentlich nichts zu tun haben. Bemerkenswert war allenthalben die Qualität der Wiedergabe, denn bei einigen Clips lief die Video und die Tonspur unterschiedlich schnell, ein Segment brach in der Mitte ab und eins haben wir zwei mal hintereinander gehört (wo sogar einige aus dem Orchester und Chor das Grinsen nicht unterdrücken konnten). Gegen Schluss fing er gerade mit der moralischen “The most important message of The Lord of the Rings is Friendship”-Rede an, als einer der Solisten, die das Video sehen konnte nach hinten hechtete und den Dirigenten das Orchester abwürgen liess, damit sie nicht das Schlusslied darein spielen… Alles in allem also eine perfekte technische Darbietung wie man sie auf vielen Volksfesten, VHS Diavorträgen oder Proseminaren schon besser gesehen hat.

Die zweite Erzählschnur ist ein Erzähler an dem Platz an dem man nach den Plakaten eigentlich Christopher Lee erwarten hätte, steht doch über den kompletten oberen Rand fett “Christopher Lee präsentiert”. Statt dessen sass in einem schönen Ledersessel ein Erzähler, der zwischen, während und nach der Musik die Geschichte des Ringes erzählte. Von der grossen Schlacht, von Sauron, den Hobbits, dem Rat bei Elrond, dem Kampf in Moria, und so weiter. Ausser das er zu laut war kann ich ihm neben ein paar Verlesern eigentlich nichts vorwerfen.

Das Problem waren die anderen, parallel laufenden Geschichten. Die ganze Handlung wurde auch noch in Form von Bildern gezeigt, die jeweils ein Segment der Handlung darstellten (Bilbos Geburtstag, der Angriff der Reiter, usw.) und die durchaus nett gemacht abgefilmt auf den Leinwänden an der Bühnenseite gezeigt wurden wo vorher auch Christopher Lee zu sehen war. Was die Bilder teilweise unerträglich gemacht hat, war ihre völlige Asynchronität zu dem Verlauf des Erzählers, aber das hat wie wir dann merkten wohl System:

Die vierte und letzte Ringerzählung geschah nämlich durch die Musik. Von dem Thema der Hobbits bis zu den Orks, von Enyas bis zu Annie Lennox’ Werk wurde viel der Filmmusik so nachgespielt wie es auch jedes andere Zweitklassige Orchester mit 30 Leuten nach ein paar Tagen Proben hinkriegen würde. Neben den teilweise einfach schrägen Tönen und Tempo-äh-missverständnissen die vorherrschten war zu allem Übel das Orchester oft mit seinen Themen weder beim Erzähler noch bei den Bildern. Der Erzähler spricht beispielsweise von dem Hilfegesuch der Hobbits bei Baumbart, wir sehen auf den Leinwänden Saruman in seinem Turm und das Orchester spielt voll Inbrunst und mit leicht dissonanten Blechbläsern das Thema der Gefährten. Die Bilder zeigen Kankra (die musikalisch oder beim Erzähler nie vorkommt) und wir hören das Mordorthema zu Erzählungen von Gondor und Minas Tirith. An das Thema von Rohan, von Kankra, das Schlusslied des zweiten Films und vieles mehr haben sie sich dann gar nicht erst rangetraut, dafür aber viel dazugemacht und das sorgte dafür, dass der Abend wenigstens unterhaltsam war:

In einer der seltenen Szenen als wenigstens Erzähler und Musik an der gleichen Stelle der Handlung waren hört man von Frodo und Sam, wie sie alleine durch die Totensümpfe gehen und sich zurücksehnen nach einem Abend in einer Kneipe im Auenland und schon spielt die dem Orchester vorgelagerte Band mit Fiedel, Pfeife, Akkordion und Westerngitarre ein Irisch klingendes Tanzlied zu dem einer der Liedtexte von Tolkien gesungen wird. “Nett” denkt man gerade als plötzlich auch das komplette Orchester einsetzt und mit Streichern die Irischen Weisen unterstützt und plötzlich die drei Gesangs-Solistinnen aus ihrer Starre erwachen und mit Schellenkranz über die Bühne tanzen. Nach der fünften oder sechsten Wiederholung fragt man sich kurz, was das jetzt mit dem Herrn der Ringe zu tun hätte aber da bemerkt man, dass der 20-Köpfige Chor ebenfalls begonnen hat mit rhythmischen “Mm-bap-bap”s ihren Riverdance-Zwang loszuwerden. Das Publikum hat inzwischen begonnen auf die Eins und die Drei zu klatschen und man ist immer noch leicht verwirrt als das Licht für die Pause angeht.

Meine in der Pause aufgestellte Theorie ist, dass das wirklich die Crew von Riverdance war, die immerhin Anfang Februar sowieso in der Saarlandhalle sein werden und vielleicht die kurzfristig am Norovirus erkrankte Mannschaft vom Herrn der Ringe ersetzte. Da die Irish-Folk-Sachen immer von der Band vorne ausgingen war die zweite Theorie, das selbige sich einfach ein Orchester und einen Chor gesucht hat, ein Christopher Lee Interview und einen Bildband “Herr der Ringe Bilder in falscher Reihenfolge” gekauft hat und damit jetzt grosse Abzocke betreibt. Aber unsere Gedanken wurden leider von einer zweiten Halbzeit verdrängt.

Hier lief alles wie vorher und mit den Möglichkeiten “Ärgern” oder “Einfach nicht ernstnehmen” haben wir uns für die zweite entschieden und Spaß an der letzten Hälfte des Konzerts. Zwei Dinge gab es hervorzuheben: Die Klimax der Handlung wurde dadurch unterstützt, dass zum ersten Mal seit Beginn der Veranstaltung Musik, Erzähler und Bildmaterial gleichzeitig an der selben Stelle der Geschichte waren und das auch bis zum Schluss blieben. Der widerum hätte einfach bei der durchaus angenehmen Darbietung von Into the West enden können, aber die dachten sich “Du, den Irish Folk den könne’ma ja am besten” und spielten nicht nur eine, nein, nicht zwei, nein sogar drei Zugaben des ein- und selben Irish Folk Stückes (wenn auch mit Liedtexten von Tolkien hinterlegt). Das Publikum war jetzt hin- und hergerissen mit den Solistinnen, die beim Ringeltanzen angekommen waren auf der Eins und Drei zu klatschen oder mit dem Erzähler, der leicht debil grinsend und auf den Füssen wippend an der Seite stand auf der Zwo und Vier zu bleiben oder einfach wie der Fiedler in der ersten Reihe so schnell zwischen verschiedenen Tempi zu wechseln, dass das mit den betonten Zählzeiten sowieso egal wird.

Ein Resumee? Bleibt da weg, es sei denn aus einem Trash-Gedanken um sich einen Abend kopfschüttelnd zu fragen, wofür Leute Geld ausgeben. Leider muss man dafür vorher selber Geld ausgeben. Die Gruppe ist übrigens tatsächlich eher eine Irish-Folk-Gruppe, die laut Ihrer Wikipediaseite schon seit über zehn Jahren Lieder und Gedichte von Tolkien vertonen und damit auch CDs aufnehmen. Warum dann gerade die sich ein schlechtes Orchester, einen zusammengewürfelten Chor und ein paar Solisten schnappen und unter dem Vorwand die Musik von Shore nachspielen zu wollen jede Gelegenheit nutzen, ihre (übrigens durchaus guten) Eigenkompositionen unter’s Volk zu bringen weiss ich auch nicht, aber die Show drumrum hätte einen etwas professionelleren Touch schon vertragen.

So. Mir geht’s besser, dem Blog tut ein Eintrag so alle paar Monate auch nicht schlecht und jetzt muss ich erst mal wieder die Soundtrack-CDs hören :-).

Rollpiano
Ein Klavier, ein Klavier, Ebay, wir danken Dir!
Geschrieben um 21:53 von Martin.

Als ich die Rollpianos vor etwa einem Jahr zum ersten Mal irgendwo im Netz gesehen hatte konnte ich mich noch zurückhalten – diese Zurückhaltung hat gerade geendet. Seit ich die ersten Folientastaturen und abwaschbaren Faltkeyboards gesehen habe dachte ich schon, dass man damit doch eine der (für mich) interessantesten Zukunftsvisionen aus Star Trek wahr machen könnte: Das Rollpiano, mit dem Picards Fast-Freundin in den Tiefen des Schiffs mit ihm spielt.

Aber erst zu dem Hier und Jetzt. Das Rollpiano (ich habe mir dann, um überhaupt sinnvoll da zwei Hände drauf unterzukriegen auch gleich die 61-Tasten Variante gegönnt) ist tatsächlich nachhaltig cool und gar nicht so schlecht zu spielen wie ich befürchtete. Natürlich hat’s keine Anschlagsdynamik und was viel schlimmer ist: Keine erhabenen schwarzen Tasten; was es meinen Fingern schwer macht irgendwelche Akkorder ausserhalb von C-Dur blind zu finden; aber ansonsten ist der Eindruck echt überzeugend. Allein die Tatsache, dass man (4 Batterien und eine flache Unterlage vorausgesetzt) jederzeit und überall Klavier spielen kann macht das alles wieder wett. Ich überlege neben den geplanten und offensichtlichen Einsätzen beim Segeln und auf Chorfreizeiten ob ich’s aus Scherz mal mit auf die nächste ICE-Fahrt nehmen soll – mit Kopfhörern dürfte ich ausser meinem Nachbarn, der dann keinen Platz auf dem Tisch mehr hätte, ja keinen stören :-).

Die Features mit denen es angepriesen wird sind mehr unter “konnte der Chipsatz halt sowieso schon” einzuordenen, so hat man Zugriff auf 128 “verschiedene” (realistisch vielleicht 20) Soundsamples aus der General Midi Palette und auch 128 Rhythmen, wobei ich noch nicht herausgefunden habe wie, bzw. ob man überhaupt das Tempo ändern kann. Auch die 64 Songs (davon 30 chinesische) die dabei sind haben eher unfreiwilligen Unterhaltungswert. Nützlich hingegen ist die Wahl zwischen Batterien und Netzteil sowie Anschlüsse für Verstärker und Kopfhörer – der eingebaute Lautsprecher ist grausam.

Zusammengerollt ist das ganze nur ungefähr ein Kilo schwer und so tatsächlich gut transportabel.

Irritierend war es, gestern dann gleich die Star Trek - The Next Generation Folge zu schauen, in der (immerhin 1993) ein solches Klavier schon visioniert wurde. Wie schlecht allerdings, darauf war ich nicht vorbereitet…

In meiner Erinnerung war das, was ich jetzt besitze auch genau so schon damals vorausgesehen worden. Ich hatte vor meinem inneren Auge eine grosse, schwarz-weisse Klaviatur, die ausser den Tasten nichts mehr drumrum hat und nicht dicker als eine Tischdecke ist.

Das war – um es mal so auszudrücken – falsch.

Das Klavier aus “Lessons” (“Der Feuersturm”) hatte gerade mal Zweieinhalb Oktaven, die waren zudem noch mit goldenen Halbtönen ausgestattet und um die Klaviatur drumrum gab es unnötig grosse Knöpfe und Steuerelemente. Zu allem Übel (siehe linkes Bild, klicken zum vergrößern) war die Klaviatur noch falsch: die Taste mit dem Pfeil sollte eigentlich nicht existieren. Darüber könnte man natürlich hinwegsehen, und denken, dass im 24. Jahrhundert vielleicht noch ein Ton zwischen das E und das F gehört um die 13-Ton-Musik von Schönbergs Erben praktizieren zu können. Aber Zweieinhalb Oktaven? Und dann Beethovens Mondscheinsonate?

Dieser Trip in die Jugend ist um so ernüchternder wenn man in der Szene als das Klavier zum ersten Mal auftaucht nur denkt “Was ist das denn? Meins aus dem 21. Jahrhundert ist ja besser” während Picard nur in perfektem Oxford-English “Remarkable!” spricht, als ihm das Rollpiano vorgeführt wird.

Was lernen wir daraus: Erinnerungen trügen und die Technik ist schneller als von Star Trek erwartet. Beamen können wir noch nicht, aber zumindest die Unterhaltungsindustrie kann mit den Visionen standhalten. Schade nur, dass ich mein real existierendes Rollpiano nie am vierten Schnittpunkt der Jefferiesröhre 25 spielen kann – dem akustisch perfektesten Platz auf der Enterprise D.

King’s Singers
Geschrieben um 18:22 von Martin.


Ich hätte fast vergessen über ein eigentlich unvergessliches Konzert am Samstag zu berichten: Wir sahen (und vor allem hörten) die King’s Singers in der Ludwigskirche.

Es ist faszinierend, wie man mit 6 Männern die Ludwigskirche ohne jegliche Verstärkung bis in den letzten Winkel beschallen kann und dabei auch durchaus Pianissimo-Stellen deutlich artikuliert. Neben diesem reinen A Cappella war vor allem dir Präzision der Jungs beeindruckend; die erste Hälfte des Konzertes sangen sie durch ohne zwischen den Nummern neue Töne anzugeben (was je nach Vergleichschor durchaus auch mal während den Stücken von Vorteil wäre). Soweit man das ohne die Literatur die gesungen wurde zu kennen sagen kann war auch kein hörbar falscher Ton dabei – insbesondere der Gesamtklang war nie dissonant.

Um die Schwärmerei abzukürzen möchte ich an der Stelle Andi zitieren, der nach dem Konzert meinte, man könne mit dem selber Singen jetzt beruhigt aufhören, dass gäber jetzt eh und je keinen Sinn mehr.

Wenn sie also in Eurer Nähe nochmal auftreten -> Hingehen!

Wise Guys Konzert
Endlich mal wieder in der Garage
Geschrieben um 23:31 von Martin.


Seit ich die Wise Guys einmal in Trier in einer größeren Halle gesehen hatte und im Jahr davor im Senftöpfchen echt “a cappella”, d.h. ohne Anlage erleben durfte hatte ich keine große Lust der neuen Marotte zu folgen, auch in Saarbrücken größere Hallen zu mieten. Nach einigen (von mir ignorierten) Auftritten in der Kongresshalle waren die fünf dann im Rahmen ihrer Clubtour freundlicherweise nochmal in der Garge zu Gast und das haben wir uns natürlich nicht entgehen lassen.

Vor dem Konzert hatte ich ein wenig Angst, da mir die aktuelle Platte eigentlich nicht so gut gefällt, aber sie haben nur die paar Lieder daraus gesungen, die in Ordnung sind und alles, was an neuen Songs aus dem Anfang nächstes Jahr erscheinenden Album dabei war lässt auf Besserung hoffen. Die Klassiker von früher die natürlich auch dazugehörten waren ein wenig zu hart abgemischt – wenn die Mundtrommel von einer echten kaum zu unterscheiden ist kann ich auch gleich Musik mit Instrumenten hören. Sehr schön ist der Coversong, der momentan im Programm ist: Schiller auf der Melodie eines ähnlich lautenden Liedes von Michael Jackson.

Alles in allem ein gelungener Abend, und die nächste CD könnte mich auch wieder von der “die werden zu poppig”-Meinung abbringen. Was trotzdem fehlt ist mal ein basta-Konzert in der Nähe :-).

Two nights at the Pantheon
Geschrieben um 15:15 von Martin.




Titelbild

Da ich mich auf unseren hervorragenden Plätzen zu Füssen der Vortragenden nicht mit dem Handy knipsend zeigen wollte wird der doppelte Konzertrückblick mit den erworbenen Schätzen graphisch eingeleitet. Drei CDs von zwei tollen Bands, die beide aus Hoöland kommen, ohne Instrumente singen und gestern und vorgestern im Pantheon in Bonn anlässlich des A-Cappella-Festivals auftraten.

Jan, Alina, Mario und ich waren dort und hatten zwei sehr angenehme Konzerte. Die Gruppe am Samstag hiess Rock 4, waren zu viert und haben unter dem Motto “Timeless” einen Abend mit A Cappella Arrangements bekannter Lieder aus den letzten Jahrzehnten gestaltet. Dabei waren Hits von Queen bis Alan Parsons und mein Herz hatten sie als sie mit Fool’s Overture eine meiner Lieblings Supertramp Nummern sangen. Technisch atemberaubend, wenn auch nicht immer völlig rein in der Intonation, aber das kann auch an dem kaputten In-Ohr-Monitor des einen gelegen haben; auf den CDs, die auch allesamt Liveaufnahmen sind, ist’s sauberer.

Der zweite Abend bescherte uns Montezuma’s Revenge, die mit einem Mann mehr ebenfalls ein Cover- und Medleyprogramm vorstellten. Was hier fasziniert hat ist, wie man bei der Bühnenshow, die da geliefert wurde noch so sauber singen kann. Von Slapstick bis zur menschlichen Pyramide, von Zaubertricks bis zur Revuehommage komplett mit weisser Federboa und dem Gang über die umfallende Stuhllehne war alles dabei. Die Liederauswahl war der Bühnenakrobatik angepasst und beinhaltete neben balladigerem wie Beautiful auch tanzbareres wie Aisha oder einem Medley aus u.a. Murder on the dancefloor. Ein Stück beinhaltete sogar Handpuppen, die sie als ihre Söhne vorstellten und den einen für ein Lied kurz in Alinas Obhut gaben - wenn man auch unbedingt in der ersten Reihe sitzen will…:-). Das Mädel einen Tisch weiter wurde dann aber mit einem Liebeslied bedacht an dessen Ende die ganze Band bei ihr war und einer sogar auf ihrem Schoss sass - da hatten wir Glück mit nur einer Handpuppe.

Alles in allem schöne Musik und im Gegensatz zu Wise Guys und Basta, deren Musik ich bisher eher mit A Cappella verband waren das hier eher “ernste” Konzerte mit wenig Ansagen, wenig Publikumsgags und dafür musikalisch anspruchsvolleren Arrangements. Hören werd ich wohl beide Arten weiter und kann für die beiden jetzt neu kennengelernten Bands nur eine klare Empfehlung aussprechen: Anhören und -sehen wenn man die Chance hat!

Ursprungsfoto
Mutter, wir danken Dir.
Geschrieben um 23:13 von Martin.



Titelbild

Naja, in dem Fall wohl eher “Onkel, wir danken Dir” aber nachdem ich mich schon nicht überwinden konnte, die Jungs vom Klaviertransport mit diesen Worten zu begrüssen (was bestimmt noch nie jemand gemacht hat) müsst Ihr drunter leiden. Nach Anderthalb Jahren seit zum ersten Mal die Idee im Raum stand mein Wohnzimmer mit einem Klavier - damals das meiner Tante - zu verschönernist es jetzt - auch wenn’s ein anderes Klavier ist endlich Wirklichkeit. Der nette Nebeneffekt war, dass ich dadurch innerhalb der letzten 9 Monate mein Zimmer komplett umgebaut habe um dem “Baby” Platz zu schaffen. Ich weiss jetzt was man unter Netzbautreib versteht ;-).

Noch nichtmal sehr verstimmt ist’s und auch wenn der 1,05m Korpus in den 3,60m Raumhöhe etwas verloren wirkt klingt es in dem grossen Raum fast schon zu gut - ich warte auf die ersten Klagen der anderen Parteien im Haus. Der Nachteil gegenüber einem Digitalen Instrument ist halt, dass ich kaum Abends spielen werde und wann ausser am Wochenende bin ich schonmal vor 22h zu Hause (und ob man um neun noch spielen sollte sei auch dahingestellt).

Nicht vor zehn zu Hause war ich auch (Vorsicht schlechte Überleitung) am letzten Mittwoch als im Sneak Step Up lief, ein sehr vorrausschaubarer Junge-aus-Ghetto-putzt-in-Musikakadenie-und-tanzt-am-Schluss-im-Rahmen-der- Abschlussarbeit-seiner-neuen-Freundin-aus-gutem-Hause-so-gut-dass-er-ein-Stipendium-bekommt-Film. Muss man sonst gar nix zu sagen :-).

In Deutschland - Ein Sommermärchen war ich am Wochenende. Schöner Film, aber nichts wirklich weltbewegendes. Er hat die Stimmung schön eingefangen - man durchlebt alle Hochs und Tiefs wiederwie während der WM. Was ich seltsam fand ist, wieviel Wortmann an Wissen voraussetzt und damit den Film nur für Leute interessant macht, die die WM auch verfolgt haben. Beispielsweise sind nie Namen der Interviewten eingeblendet und viele Ereignisse werden kommentiert ohne dass sie vorher eingeführt wurden.

So. Das war mein vierter und bisher längster mobil geschriebener Artikel und ich schlaf dann mal und träum von dem Klavier.

Ursprungsfoto
..spielen zum Ende der Herbstpause
Geschrieben um 23:39 von Martin.


Titelbild

Naja, ganz stimmt das nicht, der Anlass war eine Geburtstagsparty im Wohnheim in der Rotenbergstrasse, aber das war eins der ersten Bilder, bei denen ich nach Drücken des Auslösers dachte “Du könntest eigentlich mal wieder Dein Blog pflegen”.

Das Ergebnis ist hier, ich wollte nach peinlichen sechs Wochen Pause dann wenigstens vier anständige Einträge fabrizieren, deshalb hat’s dann nach dem ersten Auslöser (pun intended ;-) doch noch ein wenig gedauert bis alles bereit war.

Aber zurück zum Eintragnamensgeber. Twelve Ton Sushi hab’ ich an dem Abend nur gehört weil Bastian auf die Frage, was er denn Abend vorhätte meinte “Wir spielen komm doch vorbei”, was sich als höchst erfreulicher Zufall herausgestellt hat. Konzert war klasse (auch wenn die Akustik im Fernsehraum der Heimbar verbesserungswürdig war) und es war mein erstes Konzert von Bands, bei denen ich die Mitglieder kenne, das keinen Schraddel-Gitarren-Rock gespielt hat (was aber auch daran liegen könnte, dass die letzten solchen Konzerte irgendwann vor meinem Abi waren…).

Ansonsten waren in den letzten sechs Wochen durchaus einige nette Parties von denen ich mich jetzt ärgere, keine Fotos gemacht zu haben. Was ich vielleicht hervorheben sollte wäre eine WG-Party bei Nicolas, der ich eigentlich mit dem Gedanken “Oh nein, eine Mottoparty” entgegen sah und mich schon fragte, ob es den Augen guttut, wenn sich alle in dem Motto “Gelb” kleiden. Dort angekommen wurde alles viel besser als erwartet, da jeder der vier Mitbewohner unterschiedliche Mottos herausgegeben hatte und man daran, ob die Leute gelb waren, Schlafanzüge trugen oder mit Luftballons unter der Kittelschürze zu Hausfrauen mutierten erkennen konnte, wer sie eingeladen hatte. Ergab eine nette Mischung aus Kinderfasching und Kostümparty.

Ursprungsfoto
mit dem Unichor in Bad Dürkheim
Geschrieben um 20:00 von Martin.



Titelbild

Das erste Konzert ist immer der Moment, in dem man merkt, ob das Proben was genützt hat. Und auch wenn sicher Steigerungsmöglichkeiten sind, haben wir gestern eine schöne und hörbare Darbietung abgeliefert. Staus scheinen mich (siehe den Eintrag zu Lübeck) zu verfolgen - nachdem wir uns alle um 16h30 s.t. (und keine Minute später, wir können nicht auf Nachzügler warten) an der Uni getroffen hatten kam der Bus schon um viertel nach Fünf, da er schon auf der Herfahrt im Stau stand. Die eigentliche Fahrt mit uns verlief dann zeitweise auch nur stockend und so fiel das Ein- und Ansingen vor dem Konzert ein wenig kürzer aus. Trotz allem: Die Kirche war wunderschön und der Auftritt macht Lust auf die nächsten beiden.

Wer uns da hören will: Wir singen am Samstag (2.7.) um 20h in der St. Bonifatiuskirche in Dudweiler das gleiche Programm (John Rutter - Magnificat und C.V.Stanford - 3 Motetten).

Ursprungsfoto
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Die Vorlagen für die Hintergrundbilder sind größtenteils von mir oder von Leuten, die mit mir Segeln waren, die CT-Scans im Hintergrund sind von meinem Kopf und von 1997 und alle Texte sind von mir. An dieser Stelle einen großen Dank an Axel Beckert, ohne dessen Hilfe und Codebeispiele ich noch ca. 2 Jahre gebraucht hätte um durch Blosxom durchzusteigen :-).

Martin Gisch - Großherzog-Friedrich-Str. 70 - 66121 Saarbrücken

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