The Legend of Neil
..a seven, may be seven and a half.
Geschrieben um 18:19 von Martin.


Als mir ein Freund den Link (pun intended) schickte dachte ich zuerst “was ein Sch…”, aber Sekunden später liegt man lachend vor dem Rechner. Alles was man neben Flash und einer Breitbandverbindung braucht, ist Zeit, die 6 Episoden mit jeweils ungefähr 5 Minuten zu schauen, einen kranken Humor und ein wenig Kenntnisse vom ersten Teil der “Legend of Zelda” von Nintendo.

Diese (teilweise durch den Writer’s Guils Strike geförderte) Art von Internet veröffentlichen Miniserien mit vielen aber kurzen Folgen, die sich durch Werbung und einen nachgeschalteten Verkauf von DVDs mit allem möglichen Zusatzmaterial finanzieren ist eine sehr spannende Strömung. Eine Mischung aus Stand-Up und Homevideo aber von Profis (siehe vor allem auch The Guild und Dr. Horribles Sing-a-long-Blog in der Linkzeile oben).

Länger als Legend of Neil und von teilweise den selben Leuten ist The Guild, das über 10 ~3,5 Minuten Episoden eine Gruppe MMORPG-Spieler begleitet und mit Felicia Day als Autorin und Haupdarstellerin das verbindende Element der hier gelisteten drei Produktionen enthält. Sie (die auch z.B. bei Buffy schon mitspielte) hat auch eine Gastrolle in Legend of Neil, dessen Regisseur und Autor wiederum eine Hauptrolle in The Guild spielt.

Dr. Horrible’s Sing-along-Blog wiederum besteht aus 3 15min Folgen die im Vergleich richtig lang anmuten. Auch hier sind mit relativ wenig Budget (wenn wohl auch mehr als bei den beiden anderen Produktionen) sehr schön absurde Ideen umgesetzt worden. Nebst Musical und Verfolgungsjagd ist alles dabei und macht Lust auf mehr. Dr. Horrible ist eine Kreation von Joss Whedon, der mit Serenity, Firefly, Buffy oder Angel bekannt wurde und hier zeigt, dass man auch mit wenig Ressourcen gutes Fernsehen machen kann.

Als ich letztens von The Guild erzählte, die URL nicht zur Hand hatte und auf die Frage, wo das denn sei antwortete “Google einfach nach The Guild” dachten wir uns, dass das wohl nicht klappen würde. Beim Zusammensuchen der URLs für den Artikel muss ich jetzt korrigieren: Es klappt doch! Sogar ohne Anführungszeichen ist’s der erste Treffer.

LoTR D&D
The Dungeon Master of the Rings
Geschrieben um 18:50 von Martin.

Wenn man Herr der Ringe mag, englisch kann und Rollenspieler ist, sollte man Links in diesem Beitrag nur klicken, wenn man gerade ein paar Stunden zur Hand hat. Ein kranker Typ hat sich die Mühe gemacht und alle drei Herr der Ringe Filme als fiktive D&D-Kampagne umgesetzt. Die Helden aus den Filmen stehen hier im Comic und beschweren sich über die zu ähnlich klingenden NPC Namen, über die unnötig komplexe Hintergrundgeschichte oder machen dem Master aller Mühe, nicht auf die von ihm ausgearbeiteten Aufgaben zu reagieren.

Hier ein kleiner Ausschnitt aus der zweiten Folge – es gibt 144 bis zu den Grauen Anfurten und so geht’s los

Sillitschendofselda 20 Jahre danach
Geschrieben um 18:18 von Martin.


Titelbild

Vor ungefähr zwanzig Jahren rief mich kurz nach Weihnachten mein damaliger bester Freund aus der Grundschule ganz aufgeregt an er hätte jetzt Sillitschendofselda für seinen Nintendo was ich mir unbedingt ansehen müsse. In den nächsten Wochen und Monaten waren wir sobald’s dunkel oder nass draussen war also vor seinem 45cm Fernseher und haben auf der 8bit Konsole Hyrule von Ganons befreit und als Link gleich mehrfach Prinzessin Zelda gerettet. Obwohl ihm die Konsole und das Spiel gehörten war die Abmachung klar, nur zusammen daran weiterzuspielen und auch die Aufgabenteilung stand schnell fest: Er spielt, ich dirigiere. So haben wir das Action-Adventure gleichmässig aufgeteilt und ich konnte mit Aussagen wie “geh da mal hoch und mach die Stalfos alle platt” die ganzen anstrengenden Kämpfe überspringen.

Auch die nächsten beiden Teile - die wir inzischen auch besser aussprechen konnten - wurden in gleicher Manier bezwungen und seit der Zeit hat mich bis auf meinen nachkomponierten “Item im Dungeon entdeckt”-SMS-Ton Zelda in Ruhe gelassen. Das hat sich dann Anfang diesen Jahres radikal geändert als sich die Berichte über Nintendos neue Spielekonsole (damals noch Revolution) mehrten. Die Kombination aus “Ich wollte ja immer mal wieder Zelda spielen”, “Die Steuerung sieht ja echt cool aus” und “schliesslich hab’ ich ja noch nie eine Spielekonsole besessen” war dann auch bald zu einer konkreten Kaufentscheidung geworden, der aber noch ein Test bevorstand:

Ich wollte mir sicher sein, hier keinem Spleen aufzusitzen, mir eine Konsole ins Wohnzimmer zu stellen und dann nach zwei Tagen die Lust zu verlieren. Also war schnell ein alter SNES-Controller zum Anschluss an den PC als “Testinvestition” angeschafft und ich habe Zelda 3 - A Link to the Past komplett auf dem SNES-Emulator durchgespielt. Was ich allerdings feststellen musste ist, dass es doch deutlich anstrengender ist, wenn man sich selber um die Monster kümmern muss und nicht einfach zu Frank sagen kann “mach die mal platt” :-). Da mich die schlechte Grafik und Auflösung des SNES schon nicht abschreckten hab’ ich die Unkenrufe über die Nicht-ganz-State-of-the-art-Grafik der Wii geflissentlich ignoriert und dem Releasetag entgegengefiebert.

Mehr aus Spaß an dem Gesamterlebnis hab’ ich mich also morgens um 9 vor dem Saturn eingefunden und war erleichtert auch noch 10-20 andere Verrückte zu treffen hatte aber immer noch nicht geglaubt, dass es wirklich notwendig wäre hier zu sein. Als dann um kurz vor 10 die Pforten öffneten und die inzwischen ca. 40 Leute reinstürmten hielt mich ein Sicherheitsbeamter auf damit ich meinen Rucksack ins Schliessfach sperre… Immer noch locker tat ich das ging (inzwischen eher als einer der Letzten) hoch zur Videospielabteilung und bekam auf die Frage wo die Wiis denn wären nur ein “Da hinten haben sie gestanden”. Panik. So hatte ich mir das ja nicht vorgestellt. Während ich gerade dabei war über den Sicherheitsbeamten zu lamentieren (nicht, dass es was nutzen würde, wenn die Geräte weg sind) kam aber glücklicherweise von der Kasse noch zwei Geräte hoch, die eine ältere Frau ihren Enkeln mitbringen wollte und dann unten an der “nur eins pro Person”-Regel gescheitert ist. Ein beherzter Spurt, ein Griff, miir. So stand ich dann mit Wii und Zelda und zusätzlicher Remote um zehn nach zehn vorm Saturn und fühlte mich sogar besser als damals mit dem ersten Zelda weil - diesmal war’s auch meins!

Nach den ersten Akklimatisierungsübungen mit der Fernbedienung im Tennis, Bowling, Billard und Laserhockey konnte ich dann endlich wieder Link sein und nebst Pferd durch die Ebenen von Hyrule streifen (auch wenn man am Anfang erstmal Ziegen zusammentreiben muss bevor man irgendwo sonst hin darf). Das einzig blöde war - 42”-Plasma und dann nur ein Compositeausgang? Das muss besser gehen. YUV-Kabel kämen “nächste Woche” meinte der Saturn. Ein erneuter Anruf gab dann aber die befürchtete Zusatzinformation, dass dies nur ein vorläufiger Termin sei und noch nichtmal Endpreise feststünden. In allen einschlägigen Webshops das gleiche: Liefertermin N.A.. Beim googlen nach irgendwelchen Informationen stiess ich auf eine kranke Seite eines Gamerforums, die in USA schon YUV-Kabel hatten und die Pinbelegung des Geräteseitigigen Steckers rausgefunden hatten. Nach anfänglichem “Ich kann ja auch warten” hat mich die verschwommene Grafik immer mehr genervt und der Bastelaufwand immer mehr gereizt, also statt für 30 EUR zu Saturn lieber für 3,49 EUR zum Conrad und Bananenklemmen gekauft. Eine Stunde, diverse kaputte Büroklammern und einen Garantieverlust später stand endlich ein klares Bild bei 480p und seitdem macht sich auch das grosse Display bezahlt. Einzig die Gesamtanmutung der offenen Verkabelung lässt noch zu wünschen übrig aber ich trau’ mich nicht, was dran zu machen bevor ich wieder Rot oder Grün verliere wie beim Testen…

Mit allen Informationen über den Weg dahin auch noch einen kurzen Kommentar zu “Twilight Princess” (so der Name des neuesten Zelda-Teils): Superschön. Die Welt macht Spass, die Dungeons sind angenehm ansteigend in der Schwierigkeit und die Dichte der Nebenplots macht Spass. Einfach mal sich ein Kanu mieten und auf den See fahren zum Angeln und dabei die Auswahl an verschiedenen Ködern und Haken zu haben obwohl das Fangen von Fischen keine Auswirkung auf die Hauptstoryline hat ist schon cool.

Auf dem Bild seht Ihr den aktuellen Aufbau: Links oben Link (auf dem Bild ohne Text sieht man auch mehr als seine Füße), rechts unten die Wii von hinten und das Kabelgekröse mit dem ich für besseres Signal sorge und ganz links die rechte Ecke der mitgelieferten “Sensorleiste”, die man besser “Aktorleiste” genannt hätte, da sie nur per IR-LEDs ein Signal ausstrahlt, welches von der Fernbedienung dann aufgenommen und zur räumlichen Verortung benutzt wird. Den hellen roten Punkt sieht man nur mit der Handykamera – für das menschliche Auge ist sie freundlicherweise einfach nur schwarz.

Ursprungsfoto
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Die Vorlagen für die Hintergrundbilder sind größtenteils von mir oder von Leuten, die mit mir Segeln waren, die CT-Scans im Hintergrund sind von meinem Kopf und von 1997 und alle Texte sind von mir. An dieser Stelle einen großen Dank an Axel Beckert, ohne dessen Hilfe und Codebeispiele ich noch ca. 2 Jahre gebraucht hätte um durch Blosxom durchzusteigen :-).

Martin Gisch - Großherzog-Friedrich-Str. 70 - 66121 Saarbrücken

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